Sam Raimis „Drag Me to Hell“
99 Minuten, USA, 2009.
Dass ich mich einem Raimi annehme, hat nichts mit „Spider Man“ zu tun. Sondern mit seinem Frühwerk.
Obgleich das Genre (abgesehen von Romeros Kommentaren auf die US-Gesellschaft) kaum oder keine intellektuellen Höhepunkte erreichte, kann es potetiell stets für den beiläufigen Konsum geeignetes seichtes Amüsement bieten; wobei ebendies (nochmals abgesehen von den poetischen französischen Gewaltkumulationen „Irreversible“ und „Martyrs“) während eines gefühlten Jahrzehnts nicht gelang. Das Horrorfach hing durch wie ‘ne frisch geschlachtete Sau beim Ausbluten.
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Jim Jarmuschs „The Limits of Control“
116 Minuten, USA, 2009.
Jim Jarmuschs Filme erzählen Geschichten, ohne über einen Plot zu verfügen. Und damit hatte ich’s schon besser als Kollege R. mit Gallo, wo man auf beides verzichten muss.
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SCHLEICHENDER TOD ODER RENAISSANCE?
EIN PLÄDOYER FÜR DAS LICHTSPIELHAUS
Hat die Institution Kino eine Zukunft? Ist der Cinématographe dem Kampf mit Filesharing, YouTube, Home oder gar Mobile Entertainment gewachsen?
Lässt man das Kino in den en vogue-Disziplinen Unmittelbarkeit, user generated content, mashup-ability sowie all dem ganzen anderen Tand gegen modernere Medien — bei denen Kunst, niedere Unterhaltung, Journalismus und Kommunikation zusehends verschwimmen — antreten, dann ist es ein Auslaufmodell.
Weist man ihm eine neu definierte Rolle im Kulturbetrieb zu, so steht ihm eine blühende Zukunft bevor.
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Jean-François Richets „Public Enemy No.1 – Mordinstinkt“ – „Mesrine : L’instinct de mort“
Frankreich, 2008
Jacques Mesrines Taten hielten in den 1960er- und 70er-Jahren eine Menge Menschen in Atem.
Banküberfälle, Gefängnisausbrüche, Morde. Und erst 1979 nach zwei Jahrzehnten, in denen er nahezu uneingeschränkt Straftaten verüben konnte, gelang es der Polizei seiner endgültig habhaft zu werden – durch seine Erschießung in seinem BMW mitten auf der Straße. Zuvor war es ihm mehrfach geglückt aus hochsicheren Gefängnissen auszubrechen. Nach seiner Erschießung kommt es zu Protesten unter der Bevölkerung Frankreichs: Es handele sich um eine Hinrichtung, nicht um Notwehr seitens der Polizei. War Mesrine, der Raubmörder, etwa ein Idol? Ein Held? Gar ein Retter der Armen?
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Mark Neveldines und Brian Taylors „Crank: High Voltage”
USA, 2009
Crank. Hätte das Autoren- und Regisseurduo Neveldine/Taylor einen passenderen Titel für ihren Hirn-aus-Hit aus dem Jahr 2006 finden können? Absolut nicht. Mehr als 80 Minuten Nonstop-Action gefüllt mit einer der übertriebensten Filmhandlungen der letzten Jahre, mit berauschenden Verfolgungssezenen, mit kranken Ideen eben.
Nun folgt der Nachfolger. Denn niemand dachte wirklich, dass Chev Chelios tot sei, oder? Kann das gut gehen? Der zweite Teil von Crank verdeutlicht: Nur bedingt.
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Jorge Sánchez-Cabezudos „Die Nacht der Sonnenblumen“ – „La noche de los girasoles“
Spanien, 2006
Ein Feld herrlichster sattgelber Sonnenblumen. Das Glühen der Sonne am Tag lässt sich nur noch durch den blass-rosanen Schimmer am Horizont erahnen. Was für ein herrlich paradiesisches Fleckchen Erde.
Ein Auto hält. Der Fahrer entsorgt eine Leiche im Sonnenblumenfeld. Er fährt davon.
Der Einstieg in den in sechs Episoden unterteilten Film des spanischen Regisseurs Jorge Sánchez-Cabezudo könnte nicht stärker kontrastiert sein und verdeutlicht mit all seiner Härte: Keine leichte Kost erwartet den Zuschauer, sondern brutale Realität.
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Erstaunliches bei den Academy Awards 2009
Nirgends zeigt sich Verwobenheit von Finanzwelt und Kulturbetrieb in Hollywoods Mikrokosmos so offenkundig wie bei den Oscarverleihungen. Seit der für die Kunst so schicksalhaften Epochenwende der Ablösung des New Hollywood durch das Blockbusterkino des Spielberg und Lucas hat sich die einstige Fachveranstaltung vollends zum medien- und kassenwirksamen Jahrmarkt der Eitelkeiten degradiert. Doch nun, in diesen finanziell unsicheren Zeiten, werden wir Zeuge eines durchaus amüsanten Schauspiels: Die Traumfabrik muss sparen, der rote Teppich ist kürzer, der Schampus wärmer. Die Kurse sinken! Bis in den Slum.
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Gus Van Sants „Milk“
USA, 2008
Der Politiker Harvey Milk, der bis zu seinem 40. Lebensjahr kein besonderes Interesse an Polititk oder Aktivismus zeigte, wurde als erster bekennender Schwuler in der Politik der USA bekannt und zog als erster Homosexueller 1977 in den Stadttag San Franciscos ein.
Milk, der erst sieben Jahre zuvor von New York nach San Francisco gezogen war, gelang es innerhalb dieser sieben Jahre, Kalifornien und die gesamten USA durch den offenen Umgang mit seiner Homosexualität auf sich aufmerksam zu machen, und erreichte zudem gemeinsam mit anderen Politikern den Erhalt der Gleichberechtigung der Homosexuellen in Kalifornien.
Im Jahre 1978, ein Jahr nach der Ernennung zum Stadtrat, wurde er schließlich von dem frustrierten Ex-Stadtrat Dan White, seinem früheren Freund, erschossen.
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Russ Meyers “Die Satansweiber von Tittfield” (”Faster, Pussycat! Kill! Kill!”)
83 Minuten, USA, 1967.
Hätte ich mich nicht so sehr für Titten interessiert, wäre aus mir vielleicht ein großer Filmemacher geworden.
- Russ Meyer, Süddeutsche Zeitung, 22. Oktober ‘93.
Russ Meyer, vermutlich einziger Low-Budget-Filmer von Weltruf, hat seiner Person stets nur eine Dimension in der Außendarstellung gestattet. Sein Werk ist ambivalenter: Gewalt und Sex um des Voyeurismus oder der Storyline willen? Trash?
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Vincent Gallos “The Brown Bunny”
USA, Japan, Frankreich, 2003.
Es gibt Momente im Leben eines Filmliebhabers, die außerordentlich positiv, dazu erhellend und überraschend sind. Es gibt Momente im Leben eines Filmliebhabers, die aufwühlend, erschreckend oder schwer verdaulich sind.
Natürlich gibt es auch Momente, die all dies nicht sind. Immer wieder sieht man sich mittelmäßige, schwache und enttäuschende Filme an. Aber dann kam “The Brown Bunny”.
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